Fotos: 27-06-2024
Die erste Station auf meinem kleinen Köln-Ausflug: Der Ebertplatz, der in der Vergangenheit wegen Kriminalität und Vernachlässigung Schlagzeilen gemacht hat, der aber eigentlich Qualitäten aufweist, die über die Jahre etwas abhanden gekommen sind. Eine Umgestaltung ist geplant, bis dahin gibt es aber „temporäre Interventionen“. Die Freitreppe hab ich erst stutzig begutachtet und die Nase gerümpft und als ich dann auf dem Podest stand war ich sofort begeistert, wie viel Wirkung so ein paar Stufen haben können.
Ich finde der Ebertplatz hätte Denkmalwert. Zeittypischer Sichtbeton, Sechsecke als wiederkehrendes Motiv, Trennung der Verkehrsträger mit der regionalen Sonderzutat: keine U-Bahn, sondern eine unterirrdische Stadtbahnhaltestelle. Eine authentische brutalistische Mischung.
Die reaktivierte „Wasserkinetische Plastik“ von Wolfgang Göddertz habe ich nicht abgelichtet. An diesem schönen Sommertag war alles voll mit Familien mit Kleinkindern, der Brunnen praktisch ein städtischer Wassererlebnispark. Vielleicht ist es kein repräsentatives Bild vom Platz, an einem schönen Sommernachmittag aufzukreuzen und ich sollte mir auch mal ein Bild von der Stimmung im November um 23 Uhr machen, aber das ein Ort überhaupt solche Qualitäten bringt, ist doch in meinen Augen schon unheimlich viel Wert.
Wenn es nach mir geht: Die restlichen Ideen von „Unser Ebertplatz“ umsetzen, den Begriff temporär dehnen, alles anständig Instandhalten und ab und zu mal die Damen und Herren in Grün Blau vorbeischicken. Wenn man den „Lichthof“ umsetzen würde, dann hätte man auch gleich einen Angstraum entschärft.







